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  Rechtspolitischer Kongress der Friedrich- Ebert- Stiftung
Kongressberichterstattung
   
   
   
 
Aus der Arbeitsgruppe IV Medien und Internet
   
Prof. Dr. Matthias Prinz:
Persönlichkeitsschutz und Neue Medien
> Thesen
   
Prof. Dr. Eckart Pick:
Bekämpfung von Rechtsextremismus im Internet
> Thesen
   
Gleiche Chancen beim Zugang zu neuen Medien - Chancengleichheit beim Zugang zum Recht?
 
Prof. Dr. Bernd Holznagel > Thesen
Dr. Karola Wille > Thesen
   
Dr. Klaus Hahnzog:
E-Democracy als neue Form von Willensbildung und Partizipation?
> Thesen
 
   
   
M. Prinz
Prof. Dr. Matthias Prinz
Dem Thema angemessen verlief die Diskussion in der Arbeitsgruppe IV "Medien und Internet" streckenweise kontrovers, aber nie aggressiv.
Zum einen war das der belebenden Art des Moderators, Ludwig Stiegler MdB, geschuldet.
Zum zweiten liegt es aber auch daran, dass Medien- und Internetnutzer oftmals über das "Wie besser" diskutieren und seltener diese Nutzung überhaupt in Frage stellen.
 
So konnte also von den rund 50 Teilnehmerinnen und Teilnehmern in konstruktiver Weise über die verschiedenen Themen der Arbeitsgruppe diskutiert werden.
 
Den Auftakt machte der bekannte Anwalt Prof. Matthias Prinz.
Zusätzlich zu seinen Thesen zeigte er zwei Ansätze auf, wie man gegen diejenigen vorgehen kann, die Persönlichkeitsrechte im Internet verletzen:
  Zum einen könne man den Verletzer belangen, dafür muss er für die deutsche Justiz aber auch greifbar sein.
  Zum anderen müsse man Filter einbauen, um Rechtsverletzungen im Internet zu verhindern, wie beispielsweise eine Freiwillige Selbstkontrolle der Internet- Anbieter.
"Wenn man nicht an die Quelle kommt, muss man im Flusslauf filtern - oder ihn sperren", resümierte der Arbeitsgruppenleiter Ludwig Stiegler.
 
E. Pick
Prof. Dr. Eckart Pick
Die Teilnehmenden waren weitgehend einig mit den Thesen des Parlamentarischen Staatssekretärs im Bundesjustizministerium, Prof. Eckart Pick, zum Problem Rechtsextremismus im Internet.
Der SPD- Bundestagsabgeordnete sagte, dass die Bekämpfung der "braunen" Seiten "nicht nur im Wege des Strafrechts zu führen" seien.
Vielmehr seien "auch die Zivilgesellschaften gefordert", betonte Pick.
 
Prof. Bernd Holznagel von der Universität Münster machte in seinem Referat auf die Gefahr aufmerksam, dass sich die Gesellschaft in zwei Klassen teilen könne: in die der "information poor" und die der "information have".
Holznagel warnte davor, dass bei der von der Bundesregierung geplanten Umstellung von analoger in digitale Fernsehtechnik manche Leute auf der Strecke bleiben könnten.
So sind für die Digitaltechnik teure Geräte notwendig, die sich möglicherweise nicht alle leisten könnten.
 
B.Holznagel
Prof. Dr. Bernd Holznagel
Hinzu kommt, dass dieses Gerät auch einen elektronischen Programmführer enthalten werde.
Die Gefahr hierbei sei es, dass die Hersteller mit ihren Produkten Einfluss auf die Programmauswahl der Zuschauerinnen und Zuschauer bekämen.
So könnten sie beispielsweise die öffentlich- rechtlichen Pogramme aus ihren virtuellen Fernsehzeitungen streichen.
"Die Beherrschung dieser neuen Flaschenhälse des Fernsehens" sei problematisch, warnte Holznagel.
 
Schließlich kritisierte der Referent, dass es im Bund noch kein Gesetz gibt, das die Informationsfreiheit regelt.
 
Dr. Klaus Hahnzog von der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Juristinnen und Juristen (AsJ) machte in seinem Beitrag deutlich, dass das Internet lediglich "ein nicht zu verabsolutierendes Hilfsmittel" sei.
Der AsJ-Bundesvorsitzende gab zu bedenken, dass die meisten Internet- Nutzer männlich und darunter wiederum überdurchschnittlich viele leitende Angestellte seien.
Daher könne es zu einer "digitalen Spaltung" kommen, meinte der SPD-Landtagsabgeordnete aus Bayern.
 
In der sich anschließenden Diskussion hielt Antje Draheim vom AsJ-Bundesvorstand dagegen, dass es sich hierbei um "Übergangsprobleme" handele, die spätestens in zwanzig Jahren gelöst seien.
Man dürfe jetzt nicht das Internet regulieren, zumal man seine Entwicklung nicht kenne.
"Die Bürger sind mündiger, als man glaubt", sagte die Juristin aus Speyer.
 
Zusammenfassend sagte der Arbeitsgruppenleiter und Vize- Fraktionschef der SPD, Ludwig Stiegler, schmunzelnd: "Reale Zärtlichkeiten sind den virtuellen jedenfalls vorzuziehen."
   
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