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Von Jörg Beutel, 29.01 2003, 10:29:49
Je länger ein Staat kontinuierlich existiert, desto mehr Gestze und Verordnungen werden erlassen und schränken die Bürger ein zum Wohle des Volkes. Es wird dem Drang nachgegeben, die offen verkündete Mündigkeit des Bürgers insgeheim zu verneinen und diesen vor sich selbst zu schützen. Im Ergebnis lernt der Bürger, daß initiativreiches kreatives Leben nicht gewünscht ist und stellt selbstständiges unvoreingenommenes Denken ein. Damit entsteht die Gefahr, daß der ganze Staat das Potenzial verliert demokratisch und sozial zu sein. Brutalität gegen alles außer Mainstream ist die Folge. Ein besonders wichtiger Bereich, wo staatliche Zensur sich negativ auswirkt, ist politische Bildung und freie Meinungsäußerung. Nur gebildete Menschen mit Zugang zu wahrer und vollständiger Information können langfristig für ein modernes und fortschrittliches Zusammenlebensorgen. Dazu muß auch komuniziert werden können, was der aktuellen politischen Meinung nicht entspricht. Nur so kann durch fortwährende Prüfung und Diskussion gesellschaftlicher Fortschritt erreicht werden. Zensurmechanismen, die mit den besten Intentionen installiert werden, sind später leicht in andere Bereiche auszuweiten und zu mißbrauchen. Daher ist es besser, wenn Zensur per se nicht erlaubt ist.
Drei weitere Bereiche in diesem Zusammenhang :
- die Inflation der Überwachungskameras
- die Ausweitung der elektronischen Überwachung der Bürger seit Kanther
- die Verweigerung echter Anonymität im Internet
Der Kompromiß zwischen Sicherheit im öffentlichen Raum und Rechten der bürgerlichen Freiheit bewegt sich seit Jahren immer nur in eine Richtung.
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